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Kompakt erklärt: Was macht UNFPA und warum ist das wichtig?

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Kompakt erklärt: Was macht UNFPA und warum ist das wichtig?

calendar_today 28 August 2026

Foto: UNFPA DRC/Junior Mayindu – Die vom UNFPA ausgebildete Hebamme Esther Okunia untersucht eine Schwangere im krisengeschüttelten Dorf Zaa (Demokratische Republik Kongo), wo mobile Kliniken vertriebenen Frauen den Zugang zu lebensrettender Vorsorge ermöglichen.
UNFPA DRC/Junior Mayindu – Die vom UNFPA ausgebildete Hebamme Esther Okunia untersucht eine Schwangere im krisengeschüttelten Dorf Zaa (Demokratische Republik Kongo), wo mobile Kliniken vertriebenen Frauen den Zugang zu lebensrettender Vorsorge ermöglichen.

VEREINTE NATIONEN, New York - Selbst zu entscheiden, ob, wann und mit wem man ein Kind bekommt. Eine sichere Geburt. Ein Leben frei von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. Dies sind Rechte, die heute im Völkerrecht verankert sind – und doch bleiben sie für viel zu viele Menschen unerreichbar. Aus diesem Grund ist der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), die UN-Organisation für sexuelle und reproduktive Gesundheit, in mehr als 150 Ländern aktiv. UNFPA arbeitet mit Regierungen, Fachleuten, Organisationen und Gemeinden zusammen, um die Gesundheit und die Rechte von Frauen und Mädchen weltweit zu sichern.

Was ist das Ziel von UNFPA? 

Die Mission von UNFPA ist eine Welt, in der jede Schwangerschaft gewollt, jede Geburt sicher und das Potenzial jedes jungen Menschen entfaltet wird. Zu diesem Zweck wollen wir sexuelle und reproduktive Rechte für alle Menschen Wirklichkeit werden lassen. Das bedeutet zu garantieren, dass alle Menschen – insbesondere Frauen und jüngere Generationen – Zugang zu hochwertigen Diensten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit einschließlich freiwilliger Familienplanung haben, damit sie informierte Entscheidungen über ihr Leben und ihre Zukunft treffen können.

Warum gibt es eine eigene Organisation in den Vereinten Nationen für reproduktive Gesundheit und Rechte? 

Weil diese nicht nur auf privater und individueller Ebene von immenser Bedeutung sind, sondern ihre Auswirkungen ganze Gesellschaften, Volkswirtschaften und die gesamte Menschheit betreffen.

Warum reproduktive Rechte uns alle angehen?

Verletzungen reproduktiver Rechte – von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt über Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung bis hin zur Verweigerung von Informationen über und dem Zugang zu Verhütungsmitteln – hindern Frauen und junge Menschen daran, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Mädchen, die noch als Kinder schwanger werden, brechen in der Regel die Schule ab. Frauen, die den Abstand zwischen ihren Schwangerschaften nicht selbst bestimmen können, sind anfällig für Komplikationen, Behinderungen, mitunter mit tödlichen Folgen. Die Last dieser individuellen Tragödien ist in Wahrheit global.

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Eine Frau, die bei der Geburt stirbt, weil es an einer hochwertigen Mütterversorgung fehlte, wird nicht mehr arbeiten können, sie wird keine Steuern zahlen, in kein Unternehmen investieren und die nächste Generation von Kindern nicht aufziehen können. Sowohl die Wirtschaft als auch die Gemeinschaft, in der sie gelebt hätte, werden dadurch ärmer sein.

Jede Investition in die sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung sowie in die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt ist daher auch eine Investition in inklusivere, robustere und widerstandsfähigere Volkswirtschaften. In Zeiten, in denen die globale Zusammenarbeit und die humanitäre Finanzierung unter Druck stehen und klimabedingte Krisen unermesslichen Schaden anrichten, ist es auf menschlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene rücksichtslos, Frauen und Mädchen das Recht auf und den Zugang zu lebensrettender Versorgung zu verweigern.

Was macht UNFPA? 

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Foto: © UNFPA Nepal/Bikash Karki – Nach dem schweren Erdbeben vom November 2023 in der nepalischen Provinz Karnali leistete der UNFPA innerhalb von 24 Stunden Nothilfe und versorgte betroffene Frauen mit medizinischen Zelten, Geburtshilfesets sowie essenziellen Schutzmaßnahmen.
Foto: © UNFPA Nepal/Bikash Karki – Nach dem schweren Erdbeben vom November 2023 in der nepalischen Provinz Karnali leistete der UNFPA innerhalb von 24 Stunden Nothilfe und versorgte betroffene Frauen mit medizinischen Zelten, Geburtshilfesets sowie essenziellen Schutzmaßnahmen.

Trotz jahrzehntelanger Fortschritte leben wir immer noch in einer Welt, in der alle zwei Minuten eine Frau oder ein Mädchen an vermeidbaren Ursachen im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Geburt stirbt. Mindestens jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens aufgrund ihres Geschlechts physische oder sexuelle Gewalt.

UNFPA arbeitet auf drei entscheidende Ziele hin: Die Beendigung vermeidbarer Müttersterblichkeit, die Deckung des ungedeckten Bedarfs an Familienplanung und die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt sowie schädlicher Praktiken.

Um das erste Ziel voranzutreiben, nimmt der UNFPA weltweit eine führende Rolle bei der Entwicklung und Anhebung von Standards für die Müttergesundheit und die Hebammenausbildung ein. Insbesondere setzt sich UNFPA für das Hebammenwesen als kostengünstiges und hochwirksames Mittel ein, um Frauen selbst in den am schwierigsten zugänglichen Regionen schnell zu erreichen und Leben zu retten. Wenn vollumfänglich investiert und das Angebot ausgebaut würde, könnte eine professionelle Hebammenversorgung zwei Drittel der Todesfälle von Müttern und Neugeborenen verhindern.

In dem Wissen, dass fast die Hälfte aller Schwangerschaften weltweit ungewollt ist, ist UNFPA eine entscheidende globale Quelle für Familienplanung. Dies hilft Mädchen und jungen Menschen, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, beugt Abtreibungen vor und rettet Leben: Weltweit gehören Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt zu den führenden Todesursachen bei Mädchen im Jugendalter, und unsichere Schwangerschaftsabbrüche sind eine der Hauptursachen für die Müttersterblichkeit insgesamt.

Allein im Jahr 2023 trugen die Programme von UNFPA dazu bei, 27 Millionen Frauen und junge Menschen mit Dienstleistungen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu erreichen. Von UNFPA unterstützte Verhütungsprogramme halfen dabei, knapp 18 Millionen ungewollte Schwangerschaften, fast 6 Millionen unsichere Schwangerschaftsabbrüche und rund 34.000 Todesfälle von Müttern zu verhindern.

UNFPA ist auch führend bei der Prävention, Bekämpfung und Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt – der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzung der Welt. Neben der Unterstützung von Schutzmaßnahmen, Schutzräumen und der medizinischen Versorgung von Vergewaltigungsopfern arbeitet UNFPA auch daran, die schädlichen Überzeugungen zu bekämpfen, die Taten wie weibliche Genitalverstümmelung, Gewalt in Partnerschaften oder durch Dritte an Frauen und Mädchen oder Minderheiten sowie Kinderehen zugrunde liegen.

UNFPA blickt zudem in die Zukunft und schlägt Alarm bzgl. neuer Formen geschlechtsspezifischer Gewalt, die durch digitale Technologien begangen und verstärkt werden. Frauen stehen vor „einem Wendepunkt … angesichts des Ausmaßes digitaler Erpressung“, sagt Abeer aus dem Jemen.

Wie erreicht UNFPA die am stärksten gefährdeten Menschen? 

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Foto: © UNFPA Zambia/Carly Learson – Im Rahmen der Dürrehilfe 2024 in Sambia unterstützte der UNFPA mobile Gesundheitskliniken, um von Hunger bedrohten Familien direkt bei der Geld-Nothilfeversorgung auch medizinische Untersuchungen und Familienplanung anzubieten.
Foto: © UNFPA Zambia/Carly Learson – Im Rahmen der Dürrehilfe 2024 in Sambia unterstützte der UNFPA mobile Gesundheitskliniken, um von Hunger bedrohten Familien direkt bei der Geld-Nothilfeversorgung auch medizinische Untersuchungen und Familienplanung anzubieten.

Die Arbeit von UNFPA ist in humanitären Notlagen von besonders entscheidender Bedeutung, da Frauen auch dort weiterhin schwanger werden und Kinder gebären.

In mehr als 59 von Krisen betroffenen Ländern ist UNFPA vor Ort und bietet Schwangerschaftsvorsorge, Müttergesundheitsdienste sowie Schutz vor und Behandlung von sexueller Gewalt. „Ohne das mobile Gesundheitsteam wüsste ich nicht, was ich tun sollte“, erzählte Fatima*, eine Mutter und Überlebende sexueller Gewalt, UNFPA im Sudan.

Sexuelle und reproduktive Gesundheit sollte kein Luxus sein, der nur denjenigen zur Verfügung steht, die in Frieden, Sicherheit und finanzieller Stabilität leben. Alle Frauen, überall, verdienen körperliche Selbstbestimmung, Stärkung und Gesundheitsversorgung – genau deshalb ist die Arbeit von UNFPA so wichtig.

Massiala Agostinho, die im achten Monat schwanger war, als ein Zyklon ihr Zuhause in Madagaskar traf, war ermutigt durch das Eintreffen einer mobilen Klinik in ihrer Gemeinde. „Es zeigt uns, dass wir nicht allein sind“, sagte sie.

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Foto: © UNFPA Ukraine/Alina Stara – Als Teil einer Fotoreihe über engagierte Helferinnen im Krieg zeigt dieses Bild die Krankenschwester Tatiana Putria bei ihrer lebensrettenden Arbeit in der stark umkämpften Region Cherson im Süden der Ukraine.
Foto: © UNFPA Ukraine/Alina Stara – Als Teil einer Fotoreihe über engagierte Helferinnen im Krieg zeigt dieses Bild die Krankenschwester Tatiana Putria bei ihrer lebensrettenden Arbeit in der stark umkämpften Region Cherson im Süden der Ukraine.