STATE WHITE NILE, Sudan – Im Herzen des sudanesischen Bundesstaates Weißer Nil steht das Kosti-Geburtskrankenhaus als Leuchtfeuer der Hoffnung. Diese lebenswichtige Einrichtung, ein zentrales Überweisungszentrum, das vom UNFPA, dem UN-Organisationsfonds für sexuelle und reproduktive Gesundheit, unterstützt wird, ist nicht nur für die lokale Bevölkerung, sondern auch für eine Viertelmillion Binnenvertriebene im gesamten Bundesstaat von entscheidender Bedeutung. Täglich werden hier durchschnittlich 15 Geburten und jährlich Tausende von Entbindungen betreut.
Die sich wandelnde Gesundheitsversorgung
Hebamme Fatma Aldoma ist seit 1974 eine feste Größe im Kosti-Geburtskrankenhaus und hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten die Höhen und Tiefen des Lebens und den Wandel im Gesundheitswesen miterlebt.
„Heutzutage gibt es weniger natürliche Geburten als Kaiserschnitte“, bemerkte sie und verdeutlichte damit einen Wandel in der Geburtshilfe.
In letzter Zeit hat sie vermehrt Patientinnen betreut, die von der Unsicherheit im Land betroffen sind. Viele ihrer Klientinnen wurden durch den Krieg vertrieben, und Frau Aldoma hat auch miterlebt, wie Patientinnen unter den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts leiden.
„Manche Frauen kommen ohne Geld. Wir zahlen aus eigener Tasche, um sie bei den Geburtskosten zu unterstützen“, erklärte Frau Aldoma. Sie wünscht sich, dass das Krankenhaus mehr Unterstützung für Material und Ressourcen erhält, um Frauen bei Untersuchungen und Behandlungen helfen zu können.
Die Betreuung durch Frau Aldoma bewirkt einen enormen Unterschied.
„Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen hier und der Betreuung durch die Hebammen“, sagte Faj, eine 25-jährige Mutter von fünf Kindern aus Tawila.
Alle ihre Kinder kamen im Kosti-Geburtskrankenhaus zur Welt, wo alle Geburten – auch eine mit schweren Komplikationen – hervorragend betreut wurden. „Mein größtes Problem waren die Blutungen, aber dank der medizinischen Versorgung im Krankenhaus wurde mir geholfen.“
Überlastete Gesundheitssysteme und dringender Bedarf
Während der Krieg im Sudan – nun schon im dritten Jahr – andauert, sind die Herausforderungen für die Gesundheitssysteme immens. Die steigende Nachfrage nach medizinischen Leistungen aufgrund des Zustroms von Familien, die vor dem Konflikt fliehen, anhaltende Stromausfälle, insbesondere während kritischer Operationen wie Kaiserschnitten, und ein akuter Mangel an medizinischer Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien drohen, das fragile Gesundheitssystem zu zerstören.
Der UNFPA hat das Krankenhaus mit lebenswichtigen medizinischen Gütern unterstützt, darunter ein Narkosegerät, Inkubatoren, Sauerstoffkonzentratoren, Beatmungsbeutel und ein Ultraschallgerät. Diese Lieferungen haben die Kapazität des Krankenhauses zur Bereitstellung lebensrettender Leistungen für Mütter und Neugeborene gestärkt. So konnten beispielsweise Verzögerungen bei Notoperationen reduziert und das Leben von Frühgeborenen gerettet werden.
Die Installation einer Solaranlage durch den UNFPA im Krankenhaus hat zudem eine dringend benötigte alternative Energiequelle geschaffen und den Betrieb der wichtigsten Einrichtungen sichergestellt.
Dennoch ist das Krankenhaus weiterhin auf Generatoren angewiesen, um Versorgungsengpässe zu überbrücken. Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an Investitionen in eine verbesserte Infrastruktur und zusätzliche Ressourcen.
Die Folgen des Krieges im Sudan sind verheerend. Zehntausende Menschen sind Berichten zufolge ums Leben gekommen. Hunderttausende sind vom Hungertod bedroht. Fast 7,5 Millionen Menschen, die seit April 2023 zur Flucht gezwungen wurden, sind weiterhin vertrieben.
Die Infrastruktur des Landes, einschließlich des Gesundheitssystems, ist zerstört. Verschärft wird die Krise durch gravierende Lücken in der humanitären Finanzierung. Drei Monate vor Jahresende 2025 sind erst 33 Prozent der vom UNFPA für den Sudan benötigten 145,7 Millionen US-Dollar gedeckt.
UNFPA und seine Partner haben zwischen Januar und August 2025 mehr als 586.000 Menschen im Sudan mit lebenswichtigen Dienstleistungen, darunter Mütter- und geburtshilfliche Notfallversorgung, erreicht. Der Bedarf übersteigt jedoch die verfügbaren Ressourcen bei Weitem.
