Heute jährt sich der Ausbruch des Konflikts im Sudan zum dritten Mal. Auch nach drei Jahren zahlen Frauen und Mädchen im Sudan weiterhin einen unerträglichen Preis.
Fast 34 Millionen Menschen sind mittlerweile auf humanitäre Hilfe angewiesen, was diese Krise zur größten Einzelkrise weltweit macht. Darunter befinden sich mehr als 7 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter und rund 1 Million schwangere Frauen, von denen die überwiegende Mehrheit keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat, die ihr Leben und das ihrer Neugeborenen retten könnte.
Von Anfang an war der Konflikt von schrecklicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen geprägt, darunter sexualisierte Gewalt, Entführungen, Zwangs- und Frühheirat und unzählige andere Übergriffe. Viele Männer und Jungen wurden getötet oder sind gewaltsam verschwunden, sodass Millionen von Frauen nun als Haushaltsvorstände agieren und darum kämpfen, zu überleben und mit dem Nötigsten auszukommen.
Das sudanesische Gesundheitssystem wurde durch den Konflikt zerstört: Tödliche Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Personal und Patienten und Patientinnen führten zur Vertreibung von Gesundheitspersonal; hinzu kommen kritischer Mangel an medizinischen Hilfsgütern und Finanzmitteln. Infolgedessen sind die meisten Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land geschlossen oder funktionieren kaum noch. Für Frauen und Mädchen in den am stärksten betroffenen Gebieten ist lebensrettende reproduktive und mütterliche Gesundheitsversorgung entweder tagelang entfernt oder völlig unerreichbar.
Vertriebene Frauen und Mädchen sind oft wochenlang zu Fuß auf der Suche nach Sicherheit unterwegs, nur um dann in überfüllten Lagern anzukommen, in denen aufgrund gravierender Finanzierungsengpässe kaum grundlegende Versorgungsleistungen zur Verfügung stehen. Frauen haben Schwierigkeiten, Zugang zu den für ihre Gesundheit und ihr Überleben notwendigen Grundversorgungsleistungen zu erhalten, und Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt haben Mühe, sichere Orte zu erreichen und die dringend benötigte medizinische und psychosoziale Unterstützung zu erhalten.
UNFPA leistet, wo immer möglich, lebenswichtige Gesundheits- und Schutzdienste, entsendet mobile Gesundheitsteams, bietet geburtshilfliche Notfallversorgung an und richtet sichere Orte für Frauen und Mädchen ein. Gleichzeitig schränken Finanzierungslücken unsere Fähigkeit stark ein, den enormen Bedarf in den Lagern von Geflüchteten und Vertriebenen und in den Städten und Dörfern zu decken, in die Frauen und Mädchen allmählich zurückkehren. Ohne eine erhebliche Aufstockung der Ressourcen werden Hunderttausende von Frauen ohne lebenswichtige Versorgung und Dienstleistungen bleiben.
UNFPA fordert einen raschen und ungehinderten humanitären Zugang zu allen Bedürftigen im gesamten Sudan sowie die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Wir schließen uns dem Aufruf des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zu einem dauerhaften Waffenstillstand und einem inklusiven politischen Friedensprozess an.
Die Frauen und Mädchen im Sudan haben nichts Geringeres verdient.
