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Pressemitteilung zum Weltbevölkerungstag 2026

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Pressemitteilung zum Weltbevölkerungstag 2026

calendar_today 09 July 2026

Publication: Lives, Choices and Futures - Demographic Futures Survey What young adults want and what shapes their decisions about parenthood and relationships Findings from the Demographic Futures Survey 2026
Veröffentlichung: Leben, Entscheidungen und Zukunft: Was junge Erwachsene wollen und was ihre Entscheidungen in Bezug auf Elternschaft und Beziehungen beeinflusst – Ergebnisse der Umfrage „Demographic Futures“ 2026

Wunsch und Wirklichkeit: Familienplanung weltweit unter Druck   Neue Umfrage zeigt - junge Menschen können ihren Kinderwunsch nicht realisieren.  


Berlin/Hannover/Wiesbaden, 7. Juli 2026 – In fünf von sieben Weltregionen gelten zwei Kinder als die ideale Familiengröße – doch bei einer großen Mehrheit der Menschen entspricht dies nicht der realisierten Kinderzahl. Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli veröffentlicht der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) die neue Studie “Lives, Choices and Futures - What young people want and what shapes their decisions about relationships and parenthood” (Leben, Entscheidungen und Zukunft – Was junge Menschen sich wünschen und was ihre Entscheidungen in Bezug auf Beziehungen und Elternschaft beeinflusst), die zeigt, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viele junge Menschen davon abhalten, ihre Familienpläne zu verwirklichen.  Im Rahmen der “Demographic Futures”-Umfrage wurden in 73 Ländern über 100.000 internetnutzende Menschen zwischen 18 und 39 Jahren befragt.  "Die Ergebnisse deuten auf eine Kluft zwischen den Erwartungen und den wahrgenommenen Möglichkeiten hin", so UNFPA-Exekutivdirektorin Diene Keita im Vorwort zum Bericht. Als Voraussetzung für Elternschaft nennen 88 Prozent finanzielle Sicherheit, 87 Prozent sichere Beschäftigung und 85 Prozent emotionale Bereitschaft.

Diese Voraussetzungen sehen offenbar auch in Deutschland die wenigsten erfüllt. Aktuelle Auswertungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) auf Basis des familiendemografischen Panels FReDA belegen: Die Geburtenrate ist zwischen 2021 und 2024 von 1,58 auf 1,35 Kinder pro Frau gesunken, während der Kinderwunsch im gleichen Zeitraum stabil blieb. Frauen wünschen sich im Schnitt 1,76, Männer 1,74 Kinder; die als ideal angesehene Kinderzahl liegt bei rund 2,2. Der sogenannte „Fertility Gap“ – die Differenz zwischen Kinderwunsch und tatsächlicher Geburtenrate – hat sich bei Frauen im angegebenen Zeitraum von 0,18 auf 0,41 mehr als verdoppelt. Die Rahmenbedingungen machen es für junge Menschen schwierig, ihre gewünschte Kinderzahl zu verwirklichen – und das gilt global. „In Ländern des Globalen Nordens wie Deutschland sind verlässliche Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum und eine bessere Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit dabei ebenso entscheidend, wie die stärkere Beteiligung von Vätern an der Sorgearbeit", sagt Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

In anderen Weltregionen bekommen junge Frauen zu früh und mehr Kinder, als sie sich selbst wünschen. Laut UNFPA haben weltweit 44 Prozent aller Frauen und Mädchen keine Entscheidungsgewalt über ihre sexuellen Beziehungen, Verhütung oder reproduktive Gesundheitsversorgung. Fehlende Sexualaufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln führen dazu, dass viele Mädchen und junge Frauen unbeabsichtigt und oft schon im Teenageralter schwanger werden. „Nur wer aufgeklärt ist, kann informierte Entscheidungen über Sexualität und Kinderwunsch treffen“, erklärt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. “In Afrika wächst derzeit die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran: Drei von fünf Menschen auf dem Kontinent sind jünger als 25 Jahre alt. Es ist wichtig, ihre Wünsche und Bedarfe genau zu kennen und daraus passgenaue Angebote zu entwickeln, denn von diesen jungen Menschen und ihren Perspektiven wird abhängen, wie der Kontinent sich in den nächsten Jahrzehnten entwickelt.”

Die Gleichberechtigung von Frauen sei nicht nur für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung in Subsahara-Afrika zentral, betont Angela Bähr, Vorständin Programme der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW): „Nur, wenn Mädchen und Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung haben, können sie ein selbstbestimmtes Leben führen, nicht zuletzt in Sachen Sexualität, Verhütung und Familienplanung.“ Die Frauen in die Lage zu versetzen, selbst zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie bekommen, ist der Schlüssel für eine nachhaltige demografische Entwicklung. Daher sei es die oberste Aufgabe der Politik, in die Förderung der jungen Menschen sowohl im Globalen Norden als auch im Globalen Süden zu investieren, fordert Angela Bähr. „Dazu gehört die entsprechende Ausbildung, die Bereitstellung einer jugendfreundlichen Gesundheitsversorgung und die Geschlechtergleichstellung.“  

Weitere Informationen

Quellen

Literatur

Ansprechpartner*innen

 

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) 

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation, mit dem Ziel, das Potenzial der größten Jugendgeneration aller Zeiten zu fördern, um damit zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Sie ermöglicht jungen Menschen in Ostafrika den Zugang zu jugendgerechten Gesundheitsinformationen und modernen Verhütungsmitteln, und setzt sich auch auf politischer Ebene für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung ein, insbesondere für junge Frauen und Mädchen. Darüber hinaus arbeiten die Büros in Europa und Ostafrika für die gendergerechte Förderung von Forschung und Innovation zur Bekämpfung armutsassoziierter Krankheiten und Verbesserung der Frauengesundheit. Weitere Informationen unter: www.dsw.org.

 

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten. In seinen Studien, Diskussions- und Hintergrundpapieren bereitet das Berlin-Institut wissenschaftliche Informationen für den politischen Entscheidungsprozess auf. Weitere Informationen, wie auch die Möglichkeit, den kostenlosen regelmäßigen Newsletter „Demos“ zu abonnieren, finden Sie unter: www.berlin-institut.org. 

 

Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) 

UNFPA, der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, ist die Organisation für sexuelle und reproduktive Gesundheit im UN-System. Die internationale Organisation mit Sitz in New York and Nairobi setzt sich für die Wahrung der Rechte und Entscheidungsfreiheit von Frauen, Mädchen und jungen Menschen in mehr als 150 Ländern ein. UNFPA verfolgt das Ziel, dass jede Schwangerschaft gewollt ist, jede Geburt sicher verläuft und jeder junge Mensch das eigene Potenzial ausschöpfen kann. Außerdem unterstützt die Organisation Regierungen dabei, sich auf demografische Veränderungen einzustellen und inklusive sowie resiliente Gesellschaften aufzubauen. Weitere Informationen finden Sie unter: Berlin.unfpa.org/de. 

 

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) 

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) untersucht seit seiner Gründung 1973 die Ursachen und Folgen des demografischen Wandels in Deutschland und international. Als Ressortforschungseinrichtung des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern berät das BiB die Bundesregierung und ihre Ressorts auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung – darunter auch bei der internationalen Zusammenarbeit in Bevölkerungsfragen im Rahmen der Vereinten Nationen, insbesondere der Commission on Population and Development. Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Familie und Fertilität, Migration und Mobilität, Alterung, Mortalität und Bevölkerungsdynamik sowie Bildung. Die Information der Öffentlichkeit über demografische Entwicklungen und Forschungsergebnisse ist ebenfalls eine zentrale Aufgabe. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bib.bund.de